Allgemein

Ein bisschen viel

Gerade machts keinen Spaß. Der Sommer, die Ferien, die Auszeiten, die Gedanken, die Trotzanfälle, das Alleine-sein, das Zu-dritt-sein. Das alles ist noch nicht verdaut und überwunden.

Heißt im Konkreten dass gerade Missy mehr als sonst durch den Wind ist. Sie schläft schlecht, hört so gut wie gar nicht und ist auf vollem Konfrontationskurs. Ja, ich weiß, die Trotzphase und so weiter und so fort. Hilft aber selten sich das immer wieder zu sagen, denn gefühlt ist das keine Phase sondern ein Zustand. Es ist anstrengend jede Nach ca. 1 mal aufstehen zu müssen und morgens dann gegen 6 Uhr erneut. Um schließlich gegen 6.30 Uhr „normal“ aufzustehen weil die Arbeit ruft (und nebenan im Kinderzimmer das Kind brüllt). Meine Kollegen stellen mir morgens sogar schon ungefragt einen Kaffee an den Platz… Die Nachmittage sind glücklicherweise relativ stressfrei, denn mittlerweile weiß ich besser mit der Wut des Kindes umzugehen und schaffe es in acht von zehn Fällen recht schnell einen Trotzanfall im Keim zu ersticken. Die verbleibenden zwei Fälle sind es dann aber doch noch, die Kraft rauben. Beide Seiten betreffend.

Und die Beziehung? Es wäre gelogen und beschönigend zu sagen dass hier nichts leidet. Jetzt kommt auch noch eine familäre Gemeinschafts-Erkältung dazu, was sowieso die Stimmung trübt. Sonst ist man sich nicht immer einig wie man mit den diversen kindlichen „Zuständen“ umgehen sollte. Entsprechend dominieren eben jene Themen zu sehr in der Kind-freien Zeit. Und wenn man nicht darüber spricht schweigt man. Oft einfach weil man einfach mal Ruhe haben mag. Oder weil man/ich nicht weiß wie man bestimmte Sachen sagen soll/kann. Dabei wäre es gar nicht so schwer: Schatz, ich hab dich lieb ❤

Und das persönliche Befinden? Leidet. Zu sehr. Ich bin nur froh wieder arbeiten zu gehen, denn das treibt dann etwas an. Die Schüler sind wunderbar und die Kollegen auch. Wenigstens in diesem Bereich herrscht Normalität.

Die MS ist recht ruhig, auch wenn der letzte Schub seine Spuren hinterlassen hat. Das rechte Bein wird wohl nie wieder so werden wie es vorher war. Die Erkenntnis haut mich allerdings nicht um. Es ist fast so, als hätte ich hier so etwas wie Frieden gefunden. Es wird halt nicht mehr so heil wie es mal war. Natürlich ist das riesen Mist, aber das soll mich nicht mehr aufreiben. Ich kann es nicht ändern. Natürlich schreibt und denkt sich das nicht so leicht und die Tränchen werden immer mal wieder kommen aber es wird leichter. Es ist leichter. Ich bin vielleicht doch mehr erwachsen als ich dachte….

Alles in allem? Ein bisschen viel gerade.

Was hilft? Nicht aufgeben, Musik laut aufdrehen, arbeiten, arbeiten, arbeiten. Mehr tief ausatmen, lächeln wieder lernen, Zutrauen finden in das Kindchen, den besten Mann und mich selbst.

Ist vielleicht alles wie eine Erkältung. Kommt und geht. Gesundheit.

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